
Warnung vor Digitalisierung des Denkens
Die Welt befindet sich in einem immer schneller fortschreitenden Wandel. Und wenn sich die Rahmenbedingungen von Umwelt, Wirtschaft und Politik ändern, wirken auch altbewährte Mittel und Methoden nicht mehr in bekanntem Umfang oder überhaupt nicht mehr. Ein allein erfahrungsbasiertes Handeln, ich bezeichne es einmal als konservativ, wird somit häufig unwirksam. (Beispiel: Ein Hoffen auf die Heilsbringung von Wachstum erscheint Angesicht von Ressourcenverknappung und den negativen Folgen auf Umwelt und Weltklima nicht zielführend. Kurzfristig mögliche Profite würden schnell kompensiert durch Folgekosten und rapider zu erwartender Kostenanstiege von Waren, Dienstleistungen und Energie.)
Gefragt sind kritische, lösungsorientierte Betrachtungen verbunden mit qualitativen Analysen unter Berücksichtigung geänderter Randbedingungen. Um geeignete, dauerhafte neue Lösungen und Wege zu finden, können sowohl bewährte Lösungswege beschritten als auch den geänderten Randbedingungen angepasste Vorgehen gewählt werden.
Ein weiteres Beispiel:
Einigen Politikern und Konflikt- und Friedensforschern nach befinden wir uns innerhalb der aktuellen Weltlage im Land in einem Zustand, der nicht mehr uneingeschränkt als Frieden bezeichnet werden kann, aber auch noch nicht in einem Krieg allgemeiner Definition nach. Diese Sichtweise teile ich ausdrücklich. Sie ist allerdings eine analoge, denn es gibt Zustände zwischen Krieg und Frieden, oder allgemein zwischen Ja und Nein.
Zu beschreiben ist die gegenwärtige Lage als ein Zustand eines asymmetrischen Konfliktes mit zunehmender Tendenz.
Dieser ist gekennzeichnet durch eine Bedrohung von Staat und Gesellschaft, einer gewollten Verunsicherung durch Desinformation in digitalen Medien und qualitativ wie quantitativ zunehmender Versuche von Angriffen auf Personen und Infrastruktur durch Spionage, feindliche Aufklärung sowie dem Austesten der Abwehrfähigkeit durch Provokationen bewusst durchgeführter Angriffe auf zivile und militärische Ziele, teilweise auch durch bislang glücklicherweise noch nicht erfolgreicher Tötungen von Einzelpersonen.
Eine bestmöglich geeignete politische Antwort auf Verunsicherung und die Zunahme von Ängsten kann staatlicherseits nur die Solidarisierung von Mensch und Gesellschaft unter Schaffung eines Höchstmaßes an Gerechtigkeit sein. Dies wäre zugleich Voraussetzung für das Einfordern notwendiger Entbehrungen und die Bereitschaft von mehr individuellem wie allgemeinem Engagement.
Ich warne Angesicht der aktuellen Situation vor einer Digitalisierung in den Köpfen
und somit schablonenartigem Denken wie vorurteilsgeleitetem Handeln.
Die deutsche Zivilgesellschaft hat sich als empfindlich gegenüber äußerlicher Verunsicherung und unrealistischer Drohungen gezeigt. Im internationalem Kontext hat dies bereits zur Prägung eines Begriffes geführt, es wird im genannten Kontext von "German Angst" gesprochen.
Sicher ist nicht allen Bürgerinnen und Bürgern bekannt, dass dies Teil einer psychologischen Kriegsführung ist. Dies wird immer wieder ausgenutzt, am häufigsten mit der nuklearen Drohung im Zusammenhang mit diskutierten Waffenlieferungen weiterreichender Waffen an die Ukraine.
Ebenso warne ich auch ausdrücklich vor bedingungsloser Digitalisierung.
Es sollte inzwischen allgemein bekannt sein, dass papierlose Prozesse in Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft zwar Papier und die hierfür aufgewandte Energie sparen helfen, dass jedoch eine ungehemmte Nutzung von Digitalisierung und KI ohne sinnvolle Limits zu einem Energiemehrverbrauch führen. Dieses als Rebound-Effekt oder auch Bumerang-Effekt bezeichnete Phänomen habe ich bereits mehrfach benannt und beschrieben. Kurz wiederholt: Durch niedrigere Preisniveaus und ein größeres Maß nutzbarer Ressourcen steigt tatsächlich der Verbrauch an Ressourcen und macht jeden Spareffekt zunichte.
Derzeit findet kaum eine Diskussion über die kritischen Aspekte der Digitalisierung statt. Die nicht sinnvolle Nutzung digitalisierter Technik wird nicht betrachtet und dies bei einerseits immer weniger zur Verfügung stehenden Ressourcen an Rohstoffen und Energieträgern und andererseits krisenbedingt angestiegener Inflation insbesondere auch Energiepreisen.
Digitalisierung erlangt so durch unkritische Verbreitung einen den Status eines Dogmas, dem sich Anwender beugen und andere zu einem Übermaß an ihrer Nutzung verführt werden.
Richtig wäre die Nutzung von Möglichkeiten der Digitalisierung um Prozesse effektiver zu machen, zu verkürzen oder gerechter zu gestalten, Digitalisierung als nützliches Werkzeug zu nutzen.
Denn niemand käme ernsthaft auf die Idee einen Schmiedehammer anzubeten, sich vor diesem zu verbeugen und jene, die dies nicht tun, dafür zu verurteilen.
Ein Hammer ist ein Werkzeug.
Das Handeln muss orientiert sein durch eine Nutzung von Digitalisierung als Werkzeug zur Verbesserung von Prozessen.
Die Policy innerhalb der Nutzung von AI/KI (künstlicher Intelligenz) muss daran orientiert sein, die Herausforderungen der Gegenwart zu bewältigen und dabei Energie zu sparen, um das Überleben sichern zu helfen.